ein schwarzweißes Kinderfoto, darauf ist ein kleines, etwa dreijähriges Mädchen mit Faltenrock und Kopftuch abgebildet. Es steht allein auf einer Wiese, hat den linken Arm ausgestreckt und zeigt auf etwas jenseits der Kamera, davor zersplittertes Sicherheitsglas

ohne Titel

2001
Sicherheitsglas, Leinwand, Stoff / H 400 x B 150 x T 30


Heike Pich nimmt mit dieser Installation direkten Bezug auf das Thema der zerstörten Kindheit. Die Arbeit trägt keinen Titel. An einem Gerüst aus dünnen Metallstreben hängt eine Bahn aus schwarzem, dicken Stoff, welche die Installation nach hinten abschließt und damit eine Art Rückwand bildet. In der Mitte des Raumes, der sich durch die Streben und den Stoff bildet, hängt ein schwarzweißes Kinderfoto, darauf ist ein kleines, etwa dreijähriges Mädchen mit Faltenrock und Kopftuch abgebildet. Es steht allein auf einer Wiese, hat den linken Arm ausgestreckt und zeigt auf etwas jenseits der Kamera.

Durch die Beleuchtung zeigen sich auf dem Kinderbild die Schatten der Sprünge in der Glasscheibe, es wirkt so, als wolle das Mädchen mit ihrem Finger durch die Glasscheibe stoßen. Ein Kind hinter Glas. Sicherheitsglas, zerbrochen und zerstört. Es müsste herunterfallen, würde es nicht von einer kaum wahrnehmbaren Folie zusammengehalten. Erst diese Folie macht die Zerstörung sichtbar. Die scheinbare Idylle, die Kinderfotografien dieser Art zu verkörpern scheinen, wird hier als Lüge entlarvt. Das schützende Glas ist zerstört, die Familienidylle durch die Gewalt und das Wegschauen zerbrochen.