Auf zwei hölzernen Frühstücksbrettchen liegen zwei mit Honig bestrichene Brötchenhälften. Der Honig ist mit toten Fliegenleibern übersät.
Kunstwerk Frühstück mit Papi von Renate Bühn. Holztisch, 2 Stühle, 2 Brötchenhälften auf zwei Frühstücksbrettchen

Frühstück mit Papi

1999
Fliegen, Schellack, 2 Brötchenhälften, 2 Frühstücksbrettchen, Holztisch, 2 Stühle / H 74 x B 110 x T 74


Genaues Hinsehen und Sichtbarkeit ist Renate Bühn ein wichtiger Aspekt und Antrieb in ihrem (künstlerischen) Handeln und Arbeiten. „Frühstück mit Papi“ von 1999 soll das Grauen der sexualisierten Gewalt in einer stillen, alltäglichen Situation verdeutlichen.

Auf zwei hölzernen Frühstücksbrettchen liegen zwei mit Honig bestrichene Brötchenhälften. Der Honig ist mit toten Fliegenleibern übersät. Entgegen den sich zum Titel der Arbeit einstellenden Bildern einer scheinbar heilen Welt konfrontiert die Künstlerin die Betrachter_innen mit dem Alltag betroffener Kinder, den es tagtäglich zu bewältigen gilt.

Was bedeutet es für ein kleines Mädchen, einen kleinen Jungen, in einer sexuellen Gewaltsituation zu leben und zu überleben? Wie ist es möglich, am Tisch dem Vater und Vergewaltiger beim Frühstück gegenüber zu sitzen? Was muss an Spaltungen, Nicht-Spüren, alltäglichen Kraftanstrengungen von einem kleinen Kind aufgebracht werden, um zu essen und zu überleben?