Detailbild: 4.000 Stecknadeln stecken in einem weißen Lavabotuch, fügen sich zu einem lateinischen Gebet
4 Lavabos in Vitrine
Lavabo inter innocentes manus meas („In Unschuld will ich meine Hände waschen“)
Er sagte, wir seien jetzt in Liebe verbunden

„Lavabo inter innocentes manus meas - In Unschuld will ich meine Hände waschen“

2014
30 x 50 cm, ca. 4.000 Stecknadeln, Lavabo (Kelchtuch) auf Schaumstoff

4.000 Stecknadeln stecken in einem weißen Lavabotuch, fügen sich zu einem lateinischen Gebet, das der Priester bei der Händewaschung in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus spricht: "Lavabo inter innocentes manus meas..." (In Unschuld will ich meine Hände waschen).

Lavabo (von lat. lavare: waschen, also: „ich werde waschen“) bezeichnet den symbolischen Ritus der Händewaschung eines Priesters in der Heiligen Messe. Ein Ministrant gießt bei diesem Ritus etwas Wasser über die Finger des Priesters und fängt dieses mit dem Lavabotablett auf. Ein zweiter Ministrant reicht ihm das Lavabotuch zum Abtrocknen der Hände.

Weltweit verschafften sich in den letzten Jahren auch Missbrauchsopfer aus der katholischen Kirche und ihren Einrichtungen Gehör. Viele Übergriffe und Täter wurden öffentlich, die in den (Geheim)Archiven der katholischen Kirche, der Bistümer und des Vatikans bekannt waren und dokumentiert sind, jedoch lange geleugnet und verschleiert wurden. Heute sind viele Übergriffe, schwere Misshandlungen und Vergewaltigungen verjährt oder gar Akten und damit Beweise bereits vernichtet.

Was geschieht mit diesem Wissen und den noch vorhandenen Dokumenten? Wie kann heute von der katholischen Kirche, den einzelnen Einrichtungen und Bistümern Verantwortung übernommen und gehandelt werden? Wie kann für die Opfer ein heilsames Umfeld geschaffen werden und wie können die Täter zur Verantwortung gezogen werden?

Die künstlerische Arbeit befragt die eigene WAHRnehmung, das eigene Handeln, thematisiert den Mangel an alltäglicher Wahrnehmung und Handeln als weltweiter Bestandteil in allen gesellschaftlichen Strukturen. Jeder Übergriff, aber auch das eigene Nicht-wissen-wollen, Wegschauen, Leugnen, Vertuschen oder Bagatellisieren, sind Nadelstiche im Fleisch der Betroffenen, im Fleisch der Familie, der Kirche, der Gesellschaft.